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Ich erzähle euch heute eine Geschichte von einer traurigen Fee... ob sie wohl jemals wieder glücklich wird? ♥
Es begann mit einer schwarzen Wolke, die von einem dunklen Fürsten gesteuert wurde. Dieser Fürst war ein Dämon in menschlicher Gestalt. Sein Herz war voll von Eifersucht und Hass auf alles Grüne und Lebende.
In einem schönen Wald, der aus Bäumen bestand, die fast das ganze Jahr über große, wohlriechende weiße Blüten trugen, lebte eine kleine Gemeinde von Feen. Von diesen Feen war eine besonders schön, sie hatte schwarzes, bis zu ihren Füßen reichendes Haar. Ihre Haut war fast so weiß wie die Blüten der Bäume und das schönste an ihr waren ihre Flügel, wenn sie diese aufspannte. Leuchtend blau und mit schwarzen Linien durchzogen waren sie. Doch nicht nur ihre Gestalt machte sie schön, auch ihre liebenswürdige Art trug dazu bei. So war sie bei allen Feen beliebt und ihr Anblick machte sie auch über die weiten Wiesen und Wälder hinweg bekannt. Einige Menschen kamen sogar in den Wald um diese Fee zu sehen.
Aber dieses Glück sollte nicht lange anhalten, denn auch der dunkle Fürst erfuhr von ihrem Glück und ihrer Schönheit. So sandte er eine schwarze Wolke, die aus seinem neidischen Herzen hervorgekrochen war auf die grünen Lande hinab. Sie schloss alles ein, was in den Wäldern lebte, was auf den grünen Feldern graste, was in den fröhlichen Burgen der Menschen lebte und säte die Eifersucht des dunklen Fürsten in die Herzen derer, die voller Bewunderung, Freude für jemanden anderes oder einfach nur Neugierde waren.
Die schwarze Wolke verschwand und ließ die Lebewesen wieder sehen, doch alles was sie nun ansahen erfüllte sie mit Hass und Eifersucht, genau wie die des Fürsten. Nur die schönste Fee aus dem weißen Blütenwald war verschont geblieben, weil ihre Liebenswürdigkeit einfach keinen Hass in ihr Herz lassen wollte. Allerdings war dies nicht unbedingt von Vorteil für die kleine Fee, denn nun wurde sie von allen gehasst und verabscheut. Ihre Schönheit und alles Gute an ihr wurde zu Schlechtem gekehrt, weil alle anderen es ihr nicht mehr gönnten schön zu sein.
Der dunkle Fürst sah all das mit Schadenfreude an.
Die Fee wusste, dass ein böser Zauber auf die grünen Lande gesunken war und nun alles grau machte, aber wie sollte sie den Zauber umkehren? Das wusste sie nicht und so versteckte sie sich auf dem höchsten Gipfel in den grünen Landen, wo ein eisiger Wind wehte und niemand sie sehen konnte. Die Schönheit dieser Fee geriet in Vergessenheit, aber immernoch waren die Herzen aller zuvor fröhlichen Lebewesen von dem dunklen Zauber vergiftet. Alle hassten sich gegenseitig, sagten sich schlimme Sachen nach und nie verging ein Tag ohne Streit. Die Fee sah alles von ihrem Berg und war traurig und wusste nicht, wie sie der Welt helfen sollte, wie sie die Welt heilen sollte. So unglücklich war die Fee, dass sie sich in einer dunklen Schneehöhle verkroch und weinte. Auch der dunkle Fürst sah alles was in den nun grauen Landen geschah und er freute sich noch mehr, als er das leise Schluchzen der Fee vernahm, sodass er sogar anfing laut zu lachen. Sein Lachen war so dröhnend laut, dass man es in allen Häusern der Burgen, in allen Nestern der Vögel und bis ans Ende der Welt als tiefes, donnderndes Grollen vernahm. Da erwachten plötzlich alle Lebewesen, wie aus einem bösen Traum und erkannten, dass ein Zauber ihre Herzen regiert hat. Sie alle kehrten schnell wieder zu ihrer aufgeschlossenen und fröhlichen Lebensart zurück. Die grauen Lander waren nun wieder grün und leuchteten noch mehr als zuvor.
Als der Fürst sein dunkles Lachen ertönen Ließ, wurde auch all der Schnee wie vom Sturm von dem hohen Gipfel fortgetragen und die kleine Fee wehte hinab in ihren Wald, wo alle Feen ihrer kleinen Gemeinde erwachten.
Alle hießen die schöne Fee willkommen und sie feierten ein kleines Fest, auf dass sie immer fröhlich seien.
So sah der Dämon ein, dass die grünen Lande wohl nie für immer von Bosheit regiert werden können und zog weiter an einen anderen Ort, noch mehr mit dunklen Gedanken erfüllt...
Die zweite Geschichte:
Kleiner Kater am See
Es war einmal ein kleiner Kater. Dieser Kater war immer nur lustlos unterwegs. Er hatte auch einige Freunde, die versuchten, ihn für Sachen zu begeistern, doch er wollte davon nichts wissen. Viel lieber setzte er sich an einen sonnigen Platz, um einwenig trübselig zu sein. Eines Tages lief ihm ein Spatz über den Weg. Er schien sich vor etwas zu fürchten und flitzte flink an ihm vorbei und dann folgte auch schon das wovor der Spatz floh. Es war eine lebenslustige kleine Katze. Sie landete mit einem großen Satz neben dem Kater und wollte schon weiterlaufen, als sie das bedrückte Gesicht des Katers sah. Sie war so erstaunt, dass es jemanden aus der Familie der Katzen gab, der nicht einmal fröhlich zu sein schien. “Miau? Warum sitzt du hier so ganz allein?”, fragte die Katze den Kater, welcher mit einem grummeln antwortete. “Warum bläßt du Trübsal, wenn doch das Wetter so schön ist und der Duft der Blumen die Nasen aller Lebewesen kitzelt?”, fragte die muntere Katze weiter. “Ich weiß nicht, was ich tun soll,” redete sich der Kater endlich von der Seele, “Ich fühl mich so leer, ohne einen Grund dafür zu finden.” - “Ah! Dann weiß ich etwas, was dir die Leere nimmt. Vertrau mir und komm mit. Ich bin mir ganz sicher, dass es einen Funken Glück und Lebenslust in deinem Herzen weckt! Es ist ein ganz einfaches Mittel, um Trübsal zu zerstreuen!”, sagte die Katze und bei den letzten Worten machte sie sich mit einem großen Sprung auf den Weg. Der Kater folgte ihr, neugierig geworden und schon die Hälfte seiner Lustlosigkeit vergessen.
Sie liefen durch einen kleinen Wald und dann über Wiesen und an Feldern der Menschen vorbei. Die fröhliche kleine Katze lief vor und der kleine Kater folgte ihr in einem geringen Abstand. Der Kater wusste nicht wieso, aber er meinte, Freude zu verspüren. Als sie dann in ein goldgelbes Kornfeld gelangten, konnten die Katze die Richtung nicht mehr so gut einschätzen und machte ab und zu einige kleine Hüpfer, um mehr zu sehen. Der Kater ließ sich von ihr dazu bringen, auch zu hüpfen, und es machte ihm Spaß. Es war als ob eine schwere Last sich vom Herzen löste. So liefen die beiden kleinen Katzen weiter, manchmal in großen Sätzen oder auch in kleinen Sprüngen.
Dann kamen sie ans Ziel ihrer kleinen Reise. Es war ein großer stiller See, gesäumt von hohem Schilf. Der See lag am Rande eines großen Waldes mit alten weisen Bäumen, deren Blätter im sanften Wind wisperten. An einer Stelle befand sich ein schmaler Steg, ein kaputtes Ruderboot war an einem Pfeiler festgebunden, aus dessen löchrigem Boden bereits Schilfpflanzen wuchsen, und ganz leise hörte man das Wasser plätschern, wo ein kleiner Bach in den See mündete. Die Katze ging vor und setzte sich ans Ende des kleinen Stegs und forderte wortlos mit einem kleinen Nicken den Kater auf, sich dazu zu setzen. Jener war vollkommen von dem schönen und bezauberten Anblick eingenommen und setze sich wie im Traum zu der kleinen Katze. Der Tag ging langsam zu Ende und die Sommersonne ging blutrot hinter dem alten Wald unter. Die Bäume flüsterten und sangen, in den Gräsern zirpten die Grillen, der See schwieg und die beiden Katzen saßen da, im vollkommenen Einverständnis mit ihrer Umgebung. Und der Kater hatte vergessen traurig zu sein.