Piczo

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Ok, I got it
schnee
Wie alles begann...

Ich weiß auch nicht mehr genau, wie es begann. Es begann vielleicht mit meiner Geburt, vielleicht auch schon mit der meiner Eltern oder mit dem Urknall. Wer weiß?
Für mich begann es an meinem achtzehnten Geburtstag. Mitten im Winter am letzten Tag des ersten Monats.

31.1.2010
"Ich will niiicht! Ich will noch Kind sein, aber jetzt bin ich erwachsen. Mal sehen, was der Tag bringt."

Es ist doch nicht wahr, die Zeit kann doch nicht entscheiden, wann ich erwachsen werden soll, das muss ich ganz alleine. Das hab ich mir gedacht.
Es war noch sehr früh, gerade mal kurz nach sechs und es war noch dunkel. Sehr gut. Ich zog mir schnell meine Jeans und einen warmen Pullover über, nahm meine Jacke und meine Schlüssel und ging raus in die Kälte. So fühlte es sich also an, erwachsen zu sein. Dunkel, kalt und einsam.
Was würde wohl noch alles passieren an diesem Tag? Ich war froh keine Schule, sonder Halbjahresferien zu haben. Ich hoffte nur, dass die meisten Leute nach diesem langen Wochenende nicht mehr an meinen Geburtstag dachte. Ich hasste diese Aufmerksamkeit. Ich sah, dass alles nur Facade war. Ich war ein graues Mäuschen, dass irgendwie durch das Leben schlich. Unbemerkt, leise, klein. Meine Noten gaben keinen Anlass für Leute sich bei mir einzuschmeicheln. Sie waren durchschnittlich, manchmal, je nach Laune, besser oder schlechter.
Plötzlich fing direkt neben mir Musik an zu spielen, ich fuhr zusammen, um zu bemerken, dass es mein Handy war, das klingelte. Warum hatte ich es nicht zu Hause gelassen?
Es war meine beste Freundin, Hana. Ich ging ans Handy um die Glückwünsche zu empfangen. Nach fünf Minuten beendete ich das Gespräch mit der Ausrede, dass ich noch eine Weile schlafen möchte, bevor meine Eltern mein Schlafzimmer überfielen.
Es fing an zu schneien. Langsam. Erst wenige kleine Flöckchen, dann immer größere nasse Flocken aus gefrorenem Wasser. Kalt, aber doch so schön. Ich liebe den Winter und den Herbst. Sie sind still. Der Herbst flüstert mit dem Wind in den Blättern der Bäume. Der Winter lässt alles gefrieren. Alles wird langsamer und still. Es ist wie ein Traum, in dem die Zeit stehen bleibt. Leider ist kein Traum Wirklichkeit.
Ich musste wieder nach Hause, zum Einen, weil meine Finger ohne Handschuhe anfingen blau zu werden, zum Anderen, weil ich meinen Eltern nicht erklären wollte, wo ich gewesen war.